Bergische Papa-Kolumne: "So oder so ..."

"Kindergeburtstag"

Es gibt Feiertage, auf die wir uns freuen (sie fallen auf Werktage) und welche, die wir eher öde finden (alles hat geschlossen). Außerdem gibt es einen besonderen Feiertag. Er kann in Katastrophen enden, zum unvergesslichen Abenteuer werden oder in pure Langweile ausarten. Die Rede ist vom … Kindergeburtstag.

Es gibt Mamas und Papas, die sich auf diesen Tag freuen: Die Kinderaugen leuchten, kaum dass sie geöffnet sind. Bereits das Zubettgehen war kein Problem. Die Zauberformel heißt: „Du willst doch morgen Geburtstag feiern!“ Zur Not im Duett mit: „Oder freust du dich gar nicht auf deine Geschenke?“ Am besten abgerundet mit: „Dann musst du jetzt aber schnell einschlafen!“ Und der Rest vom Tag, nach dem Aufstehen? Geschenke, Spiel, Spaß und gute Laune – quasi ein Selbstläufer! Oder?

Nun, es gibt Mamas und Papas, die sich vor diesem Tag fürchten: Denn wie nur bringt man die Kinderaugen noch zum Leuchten? Was tun, wenn einem der strahlende Lego-/Elsa-Pyjama morgens auf der Bettkante die Frage aller Fragen stellt: „Was machen wir heute Tolles?“ Ja, da steht die blanke Panik in den Gesichtern der unvorbereiteten Erziehungsberechtigen.
Gut, machen wir uns nichts vor: Den Kinder geht’s sowieso nur darum, nach drei Stunden Party mit einem Tütchen voll klebrigem Zeugs und einem Stück Plastikschrott, das den Abend nicht überleben wird, nach Hause zu gehen: „Ich hab‘ den Schokoriegel, die Brause und die Kaugummis schon gegessen. Aber guck mal, hier sind noch Alienschleim und `n ganz cooles Ü-Ei-Tier drin!“ Allerdings bis zur Tütchenübergabe … der Weg dahin, der
wird kein leichter sein.
Eisprinzessinen-Party – vor drei Jahren abgehakt. Schatzsuche – hat jeder Fünfjährige schon siebzehn Mal in allen Varianten hinter sich gebracht: Piraten-Schatzsuche, Ninja-Schatzsuche, Polizei-Bankräuber- Schatzsuche, Einfach-so-Schatzsuche (Schnitzeljagd) – alles schon durch. Schlaue Frage eines Vierjährigen: „Kann dein Papa die Tütchen nicht einfach so rausrücken?“ Ob Schmink-Gaudi oder Hindernisparcours im Garten, nach ein paar Jahren ist alles mindestens einmal dagewesen. Bloß die Gäste werden nicht weniger. „Du hast gesagt, jedes Jahr so viele, wie ich alt werde!“ Erschwerend hinzu kommt: Die Kids absolvieren sorgfältig ausgearbeitete Spiele („Der Papa hat eine ganze Stunde für die Lösung gebraucht!“) in ungefähr einem Fünftel der Zeit eines Erwachsenen: „Und was kommt jetzt? Uns ist laaangweilig!“

Machen wir uns nichts vor: Der Druck steigt von Jahr zu Jahr, denn nach dem indergeburtstag ist vor dem Kindergeburtstag. Und deshalb sage ich nun … danke! Danke an die Problemlöser: All die Schnitz-Abenteuer-Waldprofis, Streichelzoo- Partymacher,

Kolumne Bergischer Papa

Für jeden
nur ein Tütchen!

 Klettergarten-Trainer, Berufsprinzessinnen, Freizeitsuperhelden und Mobile- Zauber-show-Magier, ihr seid wahre Heldinnen und Helden! Türe auf, zehn Kinder rein, kurzer Sicherheitscheck – läuft! Der Profi hat alles schon gesehen, jedes blutige Knie ver-arztet, jedes Zwergengenörgel ins Leere laufen lassen. Er oder sie weiß, wie man die Truppe erst neugierig und dann müde macht. Die 3-Stunden-Dramaturgie beherrscht der Profi im Schlaf und mit einem Lächeln.
Und gegen Ende, während du immer noch staunst, dass alle Kinder Spaß haben und dir nicht mal eine Schweißperle auf der Stirn steht, da nickt der Profi dir lächelnd zu. Jetzt kommt dein Moment! Du greifst in die Kiste unter dem Tisch mit den Limobechern und zermatschten Muffinresten und holst sie raus: „Kinder, für jeden ein Überraschungstütchen!“ Jubel, Kreischen, Chaos. Diesen Applaus überlässt der Profi selbstverständlich dir, zusammen mit den leuchtenden Kinderaugen. Du hast es wieder mal geschafft – so oder so.
Bis zum nächsten Mal!

 Ihr Bergischer Papa

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